Bergbaubetrieb Paitzdorf

 

1. Lage und Entstehung

  historische Karte mit Lage des Ortes Paitzdorf im Südosten von Ronneburg

 Der Bergbaubetrieb Paitzdorf befand sich ca. 1 km nordwestlich des gleichnamigen Ortes,angrenzend an Ronneburg.

Dieser Bergbaubetrieb war unter den ersten Bergwerken in der Ronneburger Lagerstätte (Schmirchau, Lichtenberg/Reust und Paitzdorf) der modernste Betrieb.

Durch die systematische Erkundung ohne Zeitdruck sowie dem relativ späten Zeitpunkt der Aufnahme der Exploitation konnten die Erfahrungen der Vorgänger Schmirchau, Lichtenberg und Reust genutzt und Fehler der Nachbarbetriebe aus den ersten Jahren der Bergbautätigkeit weitgehend vermieden werden.

Das untertägige Grubenfeld nahm eine Fläche von 18 km² ein.

 

 2. Auswahl wichtiger Betriebsdaten

 
Datum
 
Ereignis
     1952             Arbeiten des Erkundungsrevieres Paitzdorf des Objektes 29
 
     
  1953       Bergmännische und geologische Erkundungsarbeiten
 
     
  1954       Teufe des Schachtes 363
 
     
  1961       Bildung der Schachtverwaltung Paitzdorf
 
     
  1967       Inbetriebnahme der Doppelschachtanlage 384 / 384b
 
     
  1970       Fertigstellung der Übertageanlagen 384 und 384b 
 
     
  Dezember 1990       Einstellung der Urangewinnung
 
     
  1991       Zusammenschluss mit dem Bergbaubetrieb Schmirchau zum Bergbaubetrieb Ronneburg
 
     
  1993       Vereinigung mit dem Bergbaubetrieb Drosen zum Sanierungsbetrieb Ronneburg
   
 

Doppelschächte 384

Doppelschächte 384 und 384b Paitzdorf 

Übertage Paitzdorf

Übertägige Anlagen Bergbaubetrieb Paitzdorf

   
 

3. Tagesschächte des Bergbaubetriebes Paitzdorf

     
 
Schacht-Nr
 
Teufe in m
 
Teufbeginn
 
Betriebsbeginn
 
Verwendung
 
Besonderheiten
 
   
   
 
   
   

363

  Schacht 363

  275,4   4/54   11/54   Geologischer Untersuchungsschacht  

Vollschrotausbau mit rechteckigem Querschnitt

Standort: Haselbach


 
 
 
 
 

363 a

  Schacht 363 a

  165,2   10/55   05/56   Abwetterschacht   1980 verfüllt

 
 
 
 
 

377

Schacht 377 

  194,1   8/56   03/57   Förderschacht, danach als Holzfallrohr   Vollschrotausbau mit rechteckigem Querschnitt

 
 
 
 
 

384

  Schacht 384

  334,7   4/63   03/65   Förderschacht   Betongleitbauweise mit rundem Querschnitt

 
 
 
 
 

384 b

  Schacht 384 b

  421,1  

12/64,
(11/81 bis 4/82
Nachteufe)

  12/66   Förderschacht  

Betongleitbauweise mit rundem Querschnitt

ab 1988 verfüllt


 
 
 
 
 

393

  Schacht 393

  297,6   10/66   05/68   Abwetterschacht   als Schacht 393 b weitergeteuft

 
 
 
 
 

394

  Schacht 394

  261,4   6/65   08/66   Abwetterschacht    

 
 
 
 
 

396

  Schacht 396

  598,9   5/67 bis 12/69
u.
11/79 bis 10/81
  12/69   Förderschacht    

 
 
 
 
 

410

  Schacht 410

  469,5   7/70   10/72   Förder- und Materialschacht    

 
 
 
 
 

413

  Schacht 413

  359,3   5/73   11/74   Wetterschacht    

 
 
 
 
 

Wetter-
überhaun
IV

  Wetterüberhaun IV

  z. Zt.
keine
Angaben
  z. Zt.
keine
Angaben
  z. Zt.
keine
Angaben
  Wetterschacht    
 
     
 

4. Haldenwirtschaft  

 
 

Halde 377
Auffahrung zwischen 1956 und 1966 westlich des Schachtes 377 in zwei 10 m-Etagen mittels LKW.

Spitzkegelhalden Paitzdorf
Auffahrung mit Beginn der Teufe der Schächte 384/384bis, ab 1966 mit Terrakonikanlage.

Tafelhalde
ab 1970 Auffahrung nördlich und westlich angrenzend an die Spitzkegelhalden mit LKW in 10 m-Etagen.

Die Halden des Bergbaubetriebes Paitzdorf werden im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen und in Vorbereitung der BUGA 2007 in das Tagebaurestloch Lichtenberg verbracht.

 
     
 

Spitzkegelhalden Bergbaubetrieb Paitzdorf

Spitzkegelhalden Bergbaubetrieb Paitzdorf

Halden und übertägige Anlagen Paitzdorf

Halden und übertägige Anlagen Paitzdorf

 
     
 

  5. Besonderheiten der Betriebsentwicklung  

 
     
 
Ereignis
 
Beschreibung
     Abbauverfahren             Kammerbruchbau (gering), Scheibenbruchbau und Teilsohlenbruchbau bis 1972, Teilsohlenbau mit Versatz ab 1967     
 
     
 
  Abbau unter der Stadt Ronneburg       Abbau des Lagerstättenteils unter der Stadt Ronneburg nach 1980 bis 1991 von der 180 m-Sohle bis zur 390 m-Sohle analog BB Schmirchau  
 
     
 
  Versatz       Bezug des erforderlichen selbsthärtenden Versatzes aus betriebseigenem Versatzwerk ab 1968  
 
     
 
  Sprengungen       1986 Einführung des "Zentralen Sprengens" zum Schichtende  
 
     
 
  Betriebliche Erschwernisse       im Bergbaubetrieb Paitzdorf traten keinerlei außergewöhnliche Erschwernisse auf, die auf bergtechnische Verhältnisse zurückzuführen gewesen wären.  
 
     
 

6. Fotoauswahl vom Abriss der Schachtanlagen

 
     
 

Abriss Schachtanlagen am Schacht 384 Paitzdorf

Abriss Schachtanlagen am Schacht 384 Paitzdorf

Abrissmaßnahmen Paitzdorf, Hintergrund Doppelkegelhalden

Abrissmaßnahmen Paitzdorf, Hintergrund Doppelkegelhalden