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Einstellungen bei der WISMUT |
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Die ersten Schritte zum Uranerzbergbau auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands erfolgten unmittelbar
nach dem Ende des II. Weltkrieges zur Suche und Gewinnung der Rohstoffe für den Bau der sowjetischen Atombombe.
Vorhandene Bergwerke wurden mit Besatzungsrecht requiriert und später auf Reparationskonto in das Eigentum der Sowjetunion überführt.
Die Erkundungs- und bergmännischen Arbeiten standen unter der militärischen Leitung des sowjetischen Volkskommissariats für
Inneres (NKWD). |
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Bergmann unter Tage |
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Aus einer geologischen Erkundungsgruppe, die Archivunterlagen auswertete, in Betrieb befindliche und abgeworfene Bergwerksanlagen
einschließlich ihrer Halden im sächsischen Erzgebirge untersuchte, entwickelten sich Such- und Erkundungsarbeiten auf einer Fläche
von 50.000 km².
In 20 Erkundungsgebieten wurde die SBZ/DDR von der Norddeutschen Senke bis ins Görlitzer Schiefergebirge auf Uranlagerstätten untersucht.
Gefunden wurden 27 Uranlagerstätten und eine Reihe nennenswerter Lagerstätten von Zinn, Wolfram, Silber, Fluorit, Antimon, Seltene
Erden und Baustoffen.
Die bedeutendsten Uranlagerstätten waren dabei die Ronneburger Lagerstätte und die Lagerstätte Niederschlema-Alberoda.
Der Gesamtaufwand hierfür betrug etwa 5,6 Mrd. Mark, wobei der Anteil für den Zeitraum 1946 bis 1953 mit 616 Mio. Mark im Abschlußbericht
der SDAG Wismut angeführt wird, aber z. Zt. nicht nachgewiesen werden kann.
Bereits während der ersten Erkundungsarbeiten wurden angetroffene Uranerze gewonnen und verwertet; anfangs unter primitivsten Umständen.
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Einfahrt mit dem Teufenkübel |
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Als Ergebnis der geologischen Erkundung entstanden zunächst im Westerzgebirge, danach im Vogtland und in Thüringen
sowie im Elbsandsteingebirge eine Vielzahl neuer Bergwerke - im Sprachgebrauch der Wismut "Schächte". Sie waren in Objektverwaltungen
organisiert, zu denen jeweils mehrere Bergwerke oder auch Aufbereitungs-, Erkundungs- und Zulieferbetriebe gehörten.
Bereits 1946 erforderte die große Zahl der Betriebe eine zentrale Leitung, die als "Sächsische Bergbauverwaltung" der
Sowjetischen Aktiengesellschaft der Buntmetallindustrie - Wismut - (SABM - Wismut), Sitz Moskau, in Aue/Sachsen geschaffen wurde. Der gewaltige
personelle, materielle und finanzielle Aufwand führte zur ständigen Expansion des Unternehmens, das am 2. Juli 1947 im Handelsregister
von Aue registriert wurde. Von diesem Datum an kann von der SAG Wismut als Firma gesprochen werden. |
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Es bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens 15 Objektverwaltungen, welche die zugehörigen Bergwerke, Aufbereitungsanlagen,
Ausrichtungs-, Erkundungs- und Hilfsbetriebe leiteten.
Am 31.12.1953 wurde die Tätigkeit der SAG Wismut beendet und zum 01.01.1954 ein neues, zweistaatliches Unternehmen, die Sowjetisch-Deutsche
Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut gegründet.
Sie übernahm das Personal und alle Betriebe und Einrichtungen der SAG Wismut. Die Beschäftigtenzahl betrug 1954 etwa 120.000,
davon ca. 3.000 sowjetische Mitarbeiter.
Das Auslaufen mehrerer, überwiegend kleiner Lagerstätten führte im Verlaufe der Tätigkeit der SDAG Wismut zur Konzentration
der Arbeiten in sieben Bergbaubetrieben und zwei Aufbereitungsbetrieben. |
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Ladegerät |
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Zur Sicherung einer störungsfreien Arbeit in den Bergwerken und Aufbereitungsbetrieben besaß die SDAG Wismut
bis zur Beendigung ihrer Tätigkeit drei Maschinenbaubetriebe, einen Baubetrieb, einen Projektierungsbetrieb,ein Wissenschaftlich Technisches
Zentrum, ein Organisations- und Rechenzentrum und zwei Berufsschulen. |
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Unter Tage |
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Die Gesamtförderung von Erz und nicht verwertbarem Gestein im Zeitraum von 1946 bis 1990 betrug 1.200 Mio. t. Davon
wurden 200 Mio. t an die Aufbereitungsbetriebe zur Weiterverarbeitung geliefert und 1.000 Mio. t auf Halde geschüttet.
In der Zeit von 1946 bis 1990 wurden durch die Wismut, nach den Ergebnissen jüngster Recherchen, 231.000 t Uran gewonnen.
Seit den 70er Jahren verschlechterten sich die geologischen und bergmännischen Bedingungen in allen Lagerstätten der Wismut durch
Inanspruchnahme der Vorräte aus den Flanken der Lagerstätten und aus zunehmender Teufe. Damit wuchs der ökonomische Druck
auf das Unternehmen.
Hinzu kam der in den 80er Jahren einsetzende internationale Entspannungsprozess und der damit rückläufige Bedarf an waffenfähigem
Uran. |
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Die Betriebsergebnisse belegten, dass die Zielstellung, ohne Stützungen zu arbeiten, den Weltmarktpreis für Uran
zu erreichen und Uran unter den Bedingungen des internationalen Wettbewerbs zu verkaufen, nicht realisierbar war.
Damit war das Ende der Uranproduktion der Wismut vorbestimmt, und es begann bereits vor der politischen Wende in der DDR ein Abfahrprozess
mit der Reduzierung von Belegschaften und der Liquidierung bzw. Umstrukturierung der Betriebe in Dresden/Gittersee, Crossen und Beerwalde.
Am Ende der Tätigkeit der SDAG Wismut, im ersten Halbjahr 1990, betrug der Aufwand für die Gewinnung von Uran im chemischen Konzentrat
(Yellow Cake) 385 Mark/kg, der Außenhandelspreis 65,97 transferable Rubel, d. h. ca. 340 Mark der DDR. Der Verlust wurde durch die
Aktionäre - beide staatlichen Seiten - getragen.
Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 war der Übergang des Gesellschaftsanteils der DDR an der
SDAG Wismut auf die Bundesrepublik Deutschland verbunden. |
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Abbohren der Scheibe |
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Ausgehend von der Tatsache, dass Uran nicht zu weltmarktfähigen Bedingungen produziert werden konnte, waren die Bemühungen
darauf gerichtet, die Wismut neu zu profilieren.
Das Unternehmen wurde in sechs Sparten, 22 Geschäftsbereiche, sechs Bergbau- und Aufbereitungsbetriebe sowie 52 Niederlassungen im
Bereich Chemnitz/Grüna, Gera/Ronneburg, Aue und Königstein umgebildet. Die Sparten wurden in Wismut I (Sparte Bergbau) mit den
Aufgaben Liquidation, Verwahrung und Wiederurbarmachung und Wismut II mit fünf am Markt operierenden Leistungssparten geteilt. |
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Halde mit Terrakonik |
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Parkplatz nach Schichtbeginn |
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Im Abkommen vom 16. Mai 1991 vereinbarten die Regierungen der BRD und der UdSSR die Einstellung der gemeinsamen Tätigkeit
der SDAG Wismut.
Zu diesem Abkommen wurde das Wismut-Gesetz am 18. Dezember 1991 in Kraft gesetzt, das die Umwandlung der SDAG Wismut in die
Wismut GmbH, eine Gesellschaft nach deutschem Gesellschaftsrecht, regelte.
1992 wurden die Leistungssparten als Unternehmen "DFA Fertigungs- und Anlagenbaugesellschaft mbH" abgespalten. |
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Entnommen: Presseinformation der WISMUT GmbH vom 01.06.99 |
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